Ich zähle wohl zu den bösen Buben, da auch bei mir ein solcher Blocker zum Einsatz kommt. In dem besagten Artikel wird ziemlich plakativ auf mich und meine Gesinnungsgenossen eingeschlagen: keine Werbung, keine Qualitätsjournalismus.
Diese simple Logikkette wird mit Zahlen und Statistiken aufgehübscht und mündet in der (rhethorischen?) Frage, wann man bitte den Werbeblocker wieder abschaltet. Da kann ich nur gaaaanz laut rufen: NIEMALS!
Abgesehen davon, dass die Werbung (nicht nur auf spiegel.de) brechreizauslösende Formen angenommen hat (Flash-Banner, die den gesamten Inhalt “umranken” und zum Beispiel auf Netbooks den ganzen Rechner in die Knie zwingen) halte ich auch den Spiegel nicht für ausgemachten Qualitätsjournalismus. 70% der Meldungen stammen direkt von irgendwelchen Nachrichtenangenturen – jedenfalls drängt sich mir dieser Eindruck auf, wenn ich am gleichen Tag oder wenig zeitversetzt genau den gleichen Wortlaut auf anderen Nachrichtenseiten finde. Alternativ schreiben Sie vielleicht auch nur ab – was aber auch kein Argument gegen die kritisierten Programme wäre. Andernfalls haben wir bald Zustände wie in der Futurama-Episode “A Fishful of Dollars”…
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